 Der Filmproduzent Ben (Robert De Niro) hat Stress mit der Studiochefin Lou (Catherine Keener), weil sein Regisseur sich weigert das Ende des Films noch mal umzuschneiden. Parallel gibt es Probleme mit der neuen Filmproduktion, denn Hauptdarsteller Bruce Willis weigert sich, für die neue Rolle den lange gezüchteten Bart abzurasieren. Eigentlich gehören Ereignisse wie diese gepaart mit psychotischen Agenten und Starlets zu Bens Alltag. Doch sowohl Exehefrau als auch die Nochehefrau Kelly (Robin Wright Penn) fordern ihren Tribut, Tochter Zoe ist in der Pubertät und selbst der wöchentliche Besuch bei der Paartherapeutin hilft Ben und Kelly nicht aus ihrer Krise. (Quelle: http://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=3749)
I. Was haben Hermann Nitsch und ein Hund gemeinsam? Ein toter Hund - damit beginnt der satirische Newcomer "Inside Hollywood" von Regisseur Barry Levinson. Blut spritzt gellend der Kamera entgegen. Das Tier - gewaltsam hingerichtet. Erschossen. Rote Leinwand. Nur diesmal nicht von Hermann Nitsch und im Museum, sondern mitten im Kino und im Großformat ganz vorne im Kinosaal. Ein toter Hund. Hat das sein müssen, fragt sich das Publikum im Kino an dieser Stelle. Ja, hat es! Der Kinofilm "Inside Hollywood" erzählt auf amüsante Weise die Geschichte des Filmproduzenten Ben (Robert De Nero). Sein Film wird in einer Testvorführung vom Publikum in der Luft zerrissen. Warum? Nicht etwa wegen schauspielerisch schlechter Leistungen der Hauptrolle, die mit Sean Penn hochkarätig besetzt ist (Ja, Sean spielt sich in "Inside Hollywood" tatsächlich selbst!), sondern wegen einem einzigen Fehlgriff: einem toten Hund. Am Ende seiner neuen Filmproduktion "Fiercely" wird ein Hund erschossen. Der Stein des Anstoßes. Mit der blutigen Hinrichtung dieses Hundes, die das Publikum entsetzt und dem Produzenten einen drohenden Megaflop und einen Haufen Probleme beschert, beginnt der Film. Der Hund wird daraufhin zum eigentlichen Hauptdarsteller des Streifens. Er soll aus der Produktion Bens verschwinden. Sein Tod soll (zur Zufriedenheit der Tierschützer und des zahlenden Publikums) geschnitten werden, doch der verantwortliche Regisseur wehrt sich vehement gegen diese Zensur seiner Kunst. Natürlich ist das nicht das einzige Problem Bens. Schwierigkeiten mit dem weiblichen Geschlecht kommen hinzu, was an und für sich schon alleine problematisch genug wäre. Es kommt schließlich sogar noch schlimmer: Bens mühsam angeworbener Schauspieler Bruce Willis (Ja, auch Bruce spielt sich selbst!) weigert sich für den Film den Vollbart abzurasieren. Damit ist das Chaos perfekt. Es kommt ein dramatisches Auf und Ab, ein Hin und Her, ein Rauf und Runter, wie es im (Dreh-)Buche steht. Am Ende klappt alles schließlich doch noch und Ben darf seinen Film "Fiercely" in Cannes zeigen. Doch was passiert dort? Es wissen wohl nur zwei: Hermann Nitsch und der Hund ohne Kopf. II. Holy Hollywood?
"Robert De Niro als Filmproduzent am Rande des Nervenzusammenbruchs: Zwischen Therapiesitzungen mit der Ehefrau und einem unrasierten Bruce Willis macht ihm vorallem ein eigenwilliger Regisseur zu schaffen, der den Schluss seines jüngstens Films partout nicht umschneiden will ..." (www.skip.at - 24. April 2009) "Inside Hollywood" benutzt, wie man sieht, einige hollywoodtypische Klischees: Die Familie des Produzenten besteht aus seiner Ex-Frau, die mit seinem Kollegen schläft, und seiner Tochter, die er kaum kennt und mit der er eigentlich keine Beziehung hat. Der Produzent ist eigentlich eine traurige Figur. Er kann sich weder bei seiner Arbeit noch in seiner Familie durchsetzen, er ist nicht Akteur, sondern vielmehr Spielball der Industrie, in der er arbeitet und die ihm keine Zeit lässt, sein Familienleben zu verbessern - oder besser gesagt: überhaupt eines zu entwickeln. "Inside Hollywood" zeigt aber vor allem, was das Filmgeschäft ist, nämlich genau das: ein Geschäft. In dieser Industrie zählt (wie auch in allen anderen) nur der Gewinn, wie er erwirtschaftet wird, ist unwichtig. Kreativität wird zu einem Mittel zum Zweck, Individualität ist nur im Rahmen der Gewinnspanne möglich. Genauso wie der Film "Inside Hollywood" dort endet, wo er angefangen hat, kehrt auch die Filmindustrie immer wieder zum gleichen Ziel zurück: möglichst viel Gewinn. Der Film offenbart auch einen besonderen Aspekt der menschlichen Natur: Bei der Erschießung eines Menschen bleibt das Publikum ziemlich ungerührt, während die Tötung eines unschuldigen Hundes beim Publikum Verwirrung und Entsetzung auszulösen scheint. Andererseits liefert der Film auch durchaus Momente, die zum Lachen reizen (v.a. der mehr als exzentrische Regisseur), und gerade diese Ambivalenz zwischen Komik und subtiler Tragik machen den Film doch zu etwas Besonderem. Auch wenn der Film mit typischen Hollywood-Klischees aufwartet, so zeigt "Inside Hollywood" doch auch Aspekte, die sich erst beim näheren "Hinsehen" erschließen. Auch kann der Film mit seiner Musik punkten, die sich - witzigerweise - hauptsächlich aus der Musik des Films, um dessen Produktion sich "Inside Hollywood" dreht, zusammensetzt. Der Versuch, die Hektik des Lebens in der Filmindustrie darzustellen, gelingt mit vielen Cuts und schneller Kameraführung. Die Schauspieler liefern eine solide Leistung, v.a. Robert De Niro ist meiner Meinung nach eine gute Besetzung für die Hauptrolle des bereits seine besten Jahre überschrittenen Produzenten. Und wer hätte gedacht, dass man über Bruce Willis, der sich selbst in seiner Rolle an der Nase zu nehmen scheint, auch lachen kann? Insgesamt ist der Film sicher zu empfehlen, mir persönlich hat er gut gefallen, doch wer keine gängigen Hollywood- Klischees erwartet, wird wohl etwas enttäuscht sein, was auch bei mir der Fall gewesen ist.
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